Aus der Consultingwelt

Design Thinking

Entscheidend für den Erfolg einer Idee ist, dass sie zu einem Ergebnis wird.

Kontext

Design Thinking ist ein kreativer Innovationsprozess und zugleich ein Denkansatz, der die Kunden und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt und nicht die Lösung oder die Komplexität des Produkts.
Design Thinking fördert die kollaborative Kreativität, oftmals mit unkonventionellen Wegen in interdisziplinären Teams.

Methodik

1. Verstehen – Das Problem definieren

Definieren der Ausgangssituation, mit dem Ziel, dass alle am Prozess Beteiligten Personen ein gleiches Verständnis haben.

  • Was ist das zu lösende Problem aus Sicht des Kunden und/oder aus Sicht der Unternehmung.
  • Die Rahmenbedingungen, die durch den Auftraggeber vorgegeben werden, sind geklärt.

Ziel der ersten Phase ist eine Definition der Problemstellung und eine Abgrenzung des Handlungsraumes. Die Interessen der Kunden sollen von den Interessen der Unternehmung getrennt betrachtet werden. Die Resultate werden in Form von Hypothesen dargestellt.

2. Beobachten – Den Kunden verstehen

Die Bedürfnisse und Prioritäten der Kunden verstehen. Dies kann auch unter Einbezug von Kundenbefragungen, Kundengesprächen oder durch Beteiligung von Kunden am Prozess geschehen.

3. Synthese – Was haben wir gelernt?

Das Ziel ist, die Eindrücke und Ergebnisse aus den Phasen 1 und 2 zu konkretisieren und zu einem Gesamtbild zusammenzutragen. Daraus resultiert ein Bild über den «idealen Kunden» den sie mit dem «idealen Produkt» gewinnen. Der Vergleich mit Lösungen der Konkurrenz ist dabei erwünscht.

4. Ideen – Lösungsansätze entwickeln, bewerten und priorisieren

Nun geht es darum, kreative Lösungsansätze für die definierten Zielgruppen oder Personas zu erkennen, diese kritisch auf deren Erfolgschancen zu betrachten und sie auf geeignete Weise darzustellen.

5. Prototyping – Die besten Ideen konkretisieren

Die Prototypen helfen dabei, ein Gefühl für das spätere Produkt zu bekommen und spezielle Fragen zu beantworten, mit deren Hilfe die Idee weiterentwickelt werden kann. Der Blick auf den Kunden wird höher priorisiert als der Blick auf die Unternehmung.

6. Testen – Was sagen die Kunden?

In der finalen Phase geht es darum, die Idee mit der Zielgruppe zu testen, das Feedback der Nutzer einzuholen und das Produkt auf dieser Basis Schritt für Schritt zu optimieren. Wichtig ist, dass effektive Experimente entwickelt werden, die neue Erkenntnisse bringen. Diese können dann umgesetzt und, wenn möglich, im Kontext des Unternehmens implementiert werden.

Wesentliche Erkenntnisse

Design Thinking ist Methode und Haltung zugleich. Methode, weil Design Thinking einen Prozess bietet, wie Probleme mit Fokus auf den Kunden gelöst werden können. Dabei erfordert der Design Thinking Prozess auch eine Haltung, die im Wesentlichen durch folgende Merkmale charakterisiert ist:

  • Design Thinking setzt voraus, dass relevante und kreative Mitarbeitende in den Prozess einbezogen werden.
  • Erst das Problem verstehen, dann Lösungen entwickeln.
  • Der Kunde steht im Denken und Handeln immer im Fokus.
  • Unkonventionelle Ideen sollen geprüft, nicht tragfähige Ideen verworfen werden.
  • Zielgruppen oder Kunden sollen am Schluss mit den Lösungsansätzen konfrontieret werden.

Persönlich

Oft besteht die Gefahr, dass die Sicht der Unternehmensorientierung und nicht der Kundenorientierung die betrieblichen Gestaltungsprozesse prägt. Die Methoden des Design Thinking leisten zu einer besseren Kundenorientierung einen wesentlichen Beitrag und haben sich in der Praxis bestens bewährt.

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LiteraturnachweisChange by Design
Tim Brown
ISBN 978-3-8006-5258-7

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