Aus der Consultingwelt

Unternehmenskultur

Erfolg braucht Menschen

Kontext

Wenn es um die Formulierung von Strategien und die Gestaltung von Strukturen geht, wird der Faktor Mensch oft weitgehend ausgeblendet. Ein schwerwiegender Fehler in Zeiten eines zunehmenden Fachkräftemangels. Nur mit talentierten und engagierten Mitarbeitern können Unternehmen ihre Ziele erreichen. Konsequente Mitarbeiterorientierung und eine tatsächlich gelebte, wertschätzende Unternehmenskultur sind wettbewerbsrelevant.

  • Heute bewerben sich zunehmend Unternehmen um Mitarbeitende – nicht umgekehrt.
  • Strategien, mit denen die Mitarbeitende sich identifizieren können, fördern das Commitment.
  • In einer wertschätzenden Unternehmenskultur spielen die Führungskräfte eine zentrale Rolle.

Methodik

Die Formulierung einer Strategie richtet das Handeln der Menschen im Unternehmen aus. Sie informiert über die grundlegende Stossrichtung und zeigt, was zu tun ist, um die Mission eines Unternehmens zu erfüllen. Dadurch gibt eine Strategie den Mitarbeitern Orientierung und ermöglicht ein effizientes Handeln – eine Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Wesentliche Erkenntnisse

  • Strategien sind für viele Menschen bei der Arbeitgeberwahl mitentscheidend. Strategische Entscheider sollten demnach jene Strategien wählen, die genügend talentierte und engagierte Menschen begeistern, um Unternehmensziele zu erreichen und den gegenwärtigen und zukünftigen Unternehmenserfolg zu gewährleisten.
  • Mitarbeiter, die in den Strategieprozess eingebunden sind, weisen eine stärkere Identifikation mit der zu realisierenden Strategie und dem Unternehmen auf. Ein grösseres Verständnis für das Warum, Was und Wie der Strategie wirkt sinnstiftend, aktivierend und fördert Engagement und Umsetzungsbereitschaft.
  • Eine adäquate und zielgerichtete Einbindung der Mitarbeiter und insbesondere der Führungskräfte in den Strategieprozess fördert damit nicht nur die emotionale Bindung ans Unternehmen, sondern hat positive Effekte in Bezug auf die Realisierung einer Strategie und den Unternehmenserfolg.
  • Die Unternehmenskultur prägt das Verhalten von Führungskräften und Mitarbeitern und formt damit das Image des Unternehmens. Sie beinhaltet grundlegende Überzeugungen, Werte, Denkweisen, Einstellungen, Regeln, Verhaltensweisen, Symbole, Routinen und Rituale eines Unternehmens, welche das Denken und Handeln der Menschen im Unternehmen leiten.14 Sie ist damit eine der wichtigsten Variablen für den Erfolg von Unternehmen.15 Unternehmenskulturen schaffen einen gemeinsamen Sinnhorizont und Interpretationsrahmen.
  • Die Fähigkeit, talentierte und engagierte Mitarbeiter anzuziehen und zu binden, ist bereits in einigen Branchen und Regionen ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Die Ergebnisse dreier Studien zeigen, dass rein operative Personalmassnahmen zu kurz greifen, um Menschen nachhaltig für ein Unternehmen und seine Aufgaben zu gewinnen. Dies gilt insbesondere für die Generationen Y und Z. Ansatzpunkte finden sich auf strategischer Ebene: Strategien, die begeistern und mit den persönlichen Zielen und Werten der (potenziellen) Mitarbeiter übereinstimmen, wirken anziehend. Strukturen, die Mitarbeitern ermöglichen, ihre Fähigkeiten in unterschiedlichen Lebensphasen einzubringen, wirken bindend.
  • Eine wertschätzende Unternehmenskultur fördert Engagement, Kreativität und ein konstruktives Miteinander. Eine derartige Kultur schafft Entfaltungsmöglichkeiten und beinhaltet Entwicklungsperspektiven. Sind Strategie, Strukturen und Unternehmenskultur aufeinander abgestimmt und steht der Mensch im Fokus der Unternehmenskonfiguration, dann hat das Unternehmen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil in Zeiten eines zunehmenden Fachkräftemangels.

Persönlich

Die Mitarbeitenden gehören zu den wesentlichsten Erfolgsfaktoren einer Unternehmung. Davon bin ich tief überzeugt. Daher ist deren Miteinbezug in der Unternehmensentwicklung und in der Prägung einer integrierenden Unternehmenskultur entscheidend.

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LiteraturnachweisZFO 5/2019
Sabine Reisinger, Nicole Lettner, Anja Friedl

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